Einladung ins Mittelalter durch Felswand

Einladung ins Mittelalter durch Felswand

Symbolbild von pixabay

› 2021, Erläuterungsbericht Architekturwettbewerb.

 

Die Architekturbüros, die mich mit der Unterstützung bei der Berichterstellung beauftragt haben, haben einen Ghostwriting-Zuschlag gezahlt, so dass ich als Rechteinhaberin des Endergebnisses abgetreten bin.

 

Die Büros stellen mir die Textauszüge für Promotionszwecke zur Verfügung.

 

Die mit Anmerkungszeichen markierten Angaben wurden geändert.

Projektbeschrieb:

 

Die hölzerne Vergangenheit

Die heutige Schlossanlage ist ein Spiegelbild der architekturhistorischen Entwicklung, die sich ablesen lässt: Aus einer mittelalterlichen Grafenburg entwickelte sich das Schloss im 16.* Jahrhundert zu einem Zirkus* und wurde 1688* als Schaustätte des kulturellen Erbes des Kantons feierlich eingeweiht. Die Rekonstruktionszeichnungen Hans Müller* halten weitere spannende Wandlungen des Schlosses fest. Daraus geht hervor, dass Holz zur Zeit der Schlossgründung ein vorherrschendes Baumaterial war: Ein hölzerner Wehrgang auf der Umfassungsmauer prägte das Erscheinungsbild. Kaum ein anderes Baumaterial repräsentiert die lokale Baukultur so gut wie Holz, heute wie im Mittelalter. […]

 

Verbindungsbau für mehr Klarheit

Zwischen dem Ostbau und dem ehemaligen Stall* entsteht ein ober- und unterirdischer Verbindungsbau. Dieses neue Element im Schlosskonglomerat bringt viele Vorteile mit sich: Neben neuen Nutzungsmöglichkeiten kann das Museum so über ein einziges Treppenhaus mit Aufzug erschlossen werden, was wiederum die nutzbare Fläche im alten Stall* so weit wie möglich erhöht. Es entsteht eine klare Nutzungstrennung pro Gebäude: […] Das zentral gelegene Treppenhaus – zwischen den mittelalterlichen Mauern und dem umgebauten Stall* – kann entweder von der neuen Eingangshalle oder von der Schlossterrasse erreicht werden. Ausserhalb der Museumsöffnungszeiten können die beiden Etagen des Wirtschaftsgebäude* so unabhängig voneinander genutzt werden.

 

Darstellung der älteren Geschichte*

Die Baugeschichte birgt Entwurfspotenzial für die neue Verbindung: Ausgehend von der oben erwähnten Zeichnung Hans Müller* aus der Entstehungszeit des Schlosses wird die schlichte Holzfront in einer zeitgenössischen Architektursprache verortet. Alt und Neu werden nicht durch ihren Kontrast, sondern durch eine neu geschaffene Kontinuität bereichert. […]

 

Einladung ins Mittelalter durch Felswand

Die verschachtelten Grundrisse im Innern des Süd- und Westbaus vermitteln die für das Mittelalter charakteristische, historisch gewachsene Raumstruktur. Der neue, klar strukturierte Erschliessungsbereich im Osthaus erleichtert wiederum die Besucherführung. Das durch Nordfenster belichtete Treppenhaus schafft über seine gesamte Höhe eine visuelle Verbindung zu der Turmwand aus imposanten Findlingen, die für das Museum charakteristisch ist. Im Erdgeschoss macht ein Durchgang zwischen Ostbau und Turm die Felswand direkt erlebbar. Die neue Wegeführung im Aussenraum betont zudem die ursprünglichen Gebäudekonturen des mittelalterlichen Kernbaus […]

 

Das Warten in behaglicher Umgebung

Der städtische Vorplatz fliesst thematisch und räumlich mit dem historischen Museum zusammen. Die Eingangshalle, die der Besucher durch einen Torbogen* betritt, überrascht mit einer unerwartet zeitgemässen und grosszügigen Ausgestaltung. Gegenüber dem Eingang befindet sich eine lange Theke, auf deren linker Seite die Eintrittskarten verkauft werden und auf deren rechter Seite ein gastronomisches Angebot unterbreitet wird. […]

 

Gutes Licht und zurückhaltende Materialisierung

Das Treppenhaus ist wie die Eingangshalle in einer zurückhaltenden Farbgebung gestaltet: Ein eingesumpfter Kalkdeckputz und ein edler, geschliffener Hartbeton begleiten den Besucher in das Baudenkmal. Nach dem Treppenaufstieg ins erste Obergeschoss befindet sich die Dauerausstellung linkerhand. Rechts führt der verbindende Gang in das Dachgeschoss*. Der Lichteinfall ist durch die Holzverkleidung der beiden Gangfenster stimmungsvoll gefiltert. Der Mehrzweckraum ist mit seinen sechs Südfenstern wiederum lichtdurchflutet. Der Raum zeichnet sich durch die Dachschräge, historische Holzbalken und Vorhänge aus. Die Vorhangwände verleihen dem Raum nicht nur eine hervorragende Akustik, sondern auch ein Höchstmass an Flexibilität: Vor den farblich subtilen Stofffalten können Exponate ausgestellt, aber auch kleine Konzerte und Workshops veranstaltet werden. […]

 

› 2021, Erläuterungsbericht Architekturwettbewerb.

 

Die Architekturbüros, die mich mit der Unterstützung bei der Berichterstellung beauftragt haben, haben einen Ghostwriting-Zuschlag gezahlt, so dass ich als Rechteinhaberin des Endergebnisses abgetreten bin.

 

Die Büros stellen mir die Textauszüge für Promotionszwecke zur Verfügung.

 

Die mit Anmerkungszeichen markierten Angaben wurden geändert.

Symbolbild von pixabay